Alumni

Das INP hat eine Reihe von Alumni hervorgebracht, die inzwischen teilweise haupt- oder nebenberuflich Übersetzungen anfertigen. Wie sie den Berufseinstieg empfanden und wie sie die Vorbereitung, die sie in ihrem Studium genossen, im Nachhinein beurteilen, erzählen sie in dieser Rubrik.

Bettina Anhuth (M.A., M.Ed.)

BettinaManchmal erweist sich Plan B als der bessere und glücklichere Weg, denn dass ich einmal Niederländisch studieren und sogar in die Niederlande auswandern werde, hätte ich früher nie gedacht. Zufällige oder vielleicht auch schicksalhafte Fügungen brachten mich aber nach Münster und ins Haus der Niederlande. Nach dem 2F-Bachelor in Niederländisch und Deutsch merkte ich, dass mich nicht nur die niederländische Sprache und das Übersetzen faszinierten, sondern auch der Kulturaspekt. Sozusagen das „Übersetzen“ der Kultur. Mit dem Abschluss des zweifachen Masters „Literarisches Übersetzen und Kulturtransfer“ und „Nederlandse Taal en Cultuur“ (RU Nijmegen) wurde mir immer klarer, wohin ich eigentlich wollte. Ich wollte beide Sprachen und Kulturen praktisch und aktiv umsetzen. So zog ich in die Niederlande, absolvierte 2014 noch einen Master of Education (in Leiden) für das Lehramt Deutsch und arbeite nun schon seit einigen Jahren an einer weiterführenden Schule in Nijmegen. Jeden Tag lebe ich zwischen den Sprachen und Kulturen und empfinde es als sehr bereichernd, den Schülern Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Deutschen und Niederländischen näher zu bringen.

Nele Demedts

Seit 2015 bin ich nebenberufliche, selbständige Übersetzerin und bearbeite hauptsächlich Aufträge für die deutsche-niederländische Grenzorganisation EUREGIO in Gronau/Enschede. Mein Studium der Niederlandistik (Bachelor) bzw. des alten Master-Studiengangs Literarisches Übersetzen und Kulturtransfer hat mir sicherlich geholfen, die dafür notwendigen Sprachkompetenzen zu erwerben sowie den reflektierten Umgang mit Übersetzungen zu üben. Noch wichtiger aus heutiger Sicht waren jedoch diverse Praktika während des Studiums, beispielsweise in einem Übersetzungsbüro in Enschede oder aber bei der bereits genannten EUREGIO. Der persönliche Kontakt spielt also definitiv eine große Rolle, wenn man sich selbständig machen möchte. Auch der Kontakt zu den Übersetzern, die die Workshops im Studium geleitet haben, hat geholfen, sich mit potenziellen Auftraggebern zu vernetzen.

Kerstin Kamp

Dass ich Lehrerin werde, hätte ich während des LÜK-Masters nicht gedacht. Nach dem Zwei-Fach-Bachelor (Niederländisch und Deutsch) wollte noch viel mehr über die niederländische Sprache und Literatur wissen, als es mir der Master of Education hätte bieten können. Das attraktive Angebot, zeitgleich auch an der Radboud Universiteit in Nijmegen den Master „Nederlandse taal en cultuur“ studieren zu können, hat mir die Entscheidung umso leichter gemacht. Nach erfolgreichem Abschluss der beiden Studiengänge kam ich ungeplant relativ schnell an ein Berufskolleg in Geldern, wo ich zunächst nur mit geringer Stundenzahl arbeitete. Hier und da hatte ich noch einige Nebenjobs, zu denen auch das Übersetzen gehörte. Ich habe sozusagen einiges ausprobiert. Schnell zeigte sich jedoch, dass Lehrerin doch „mein Ding“ ist und so begann ich mit dem Referendariat als Seiteneinstieg (OBAS). Auch diese Ausbildung sagte mir mehr zu als das klassische Referendariat, da man hier schon auf einer ganzen Stelle arbeiten und somit viel mehr Erfahrungen sammeln kann.
Natürlich habe ich mich manchmal gefragt, ob es nicht besser gewesen wäre, doch direkt den Master of Education zu studieren. Rückblickend kann ich für mich sagen: Auf keinen Fall. Erstens bin ich davon überzeugt, dass mir der LÜK-Master mit seinen vielfältigen Möglichkeiten viel mehr Spaß gemacht hat und ich ganz viele Erfahrungen einfach nicht missen möchte. Ich hatte die Gelegenheit mich nochmals intensiv und auf einem hohen Niveau mit der niederländischen Sprache und wissenschaftlichen Arbeitsweisen auseinanderzusetzen und viel dazuzulernen. Des Weiteren konnte ich mir so „noch ein Türchen offenhalten“, da ich ja noch nicht wusste, welches mein Traumjob ist.
Zusammenfassend kann man also sagen, dass der Weg über den LÜK-Master und das Referendariat als Seiteneinstieg für mich persönlich genau die richtige Entscheidung war. Ich würde immer wieder genau diesen Weg gehen.

Kathrin Langelange

Bereits vor Beginn meines Studiums der Bachelorstudiengänge Niederlandistik und Niederlande-Deutschland-Studien im Wintersemester 2011/2012 habe ich mich sehr für Sprachen im Allgemeinen und insbesondere für das Übersetzen interessiert. Nach Abschluss meines Bachelorstudiums habe ich mich daher entschlossen, den Master Literarisches Übersetzen und Kulturtransfer zu studieren. Nach den ersten beiden Semestern habe ich dann in den neu eingeführten Master Interdisziplinäre Niederlandistik gewechselt, wobei ich den Schwerpunkt LÜK beibehalten habe. Während eines längeren Praktikums beim Vlaams Fonds voor de Letteren in Antwerpen habe ich im Projektteam zur Vorbereitung des Gastlandauftritts von Flandern und den Niederlanden auf der Frankfurter Buchmesse gearbeitet. Direkt nach dem Masterabschluss bekam ich eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Niederlande-Studien. Neben meiner dortigen Tätigkeit in Lehre und Studiengangskoordination arbeite ich derzeit an einem Promotionsprojekt.
Der Masterstudiengang Interdisziplinäre Niederlandistik mit Schwerpunkt LÜK ist sehr vielfältig und man bekommt in den Seminaren viele interessante Denkanstöße. Für mich persönlich ist insbesondere die Möglichkeit eines längeren Praktikumsaufenthaltes sehr wichtig gewesen. Dort konnte ich viele Kontakte knüpfen und einen umfangreichen Einblick in die Literaturförderung in Flandern und den Niederlanden erhalten. Außerdem  habe ich die Vorbereitungen auf den Gastlandauftritt auf der Frankfurter Buchmesse aus erster Hand erlebt, eine Erfahrung, die mir bei meinem derzeitigen Promotionsprojekt sehr weiterhilft.

Tabea Michel

Tabea Michel *1984 in Berlin, studierte Niederlandistik und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin und in Münster den Masterstudiengang Niederländisch-Deutsch: Literarisches Übersetzen und tabeaKulturtransfer. Heute ist sie  freiberuflich als Übersetzerin, Autorin, Lektorin und Fotomodell tätig. Durch einen Sauerstoffmangel bei ihrer Geburt ist sie spastisch gelähmt und sitzt im Rollstuhl.
Als Übersetzerin aus dem Niederländischen arbeitete sie schon während des Masterstudiums u.a. mit Gerd Busse zusammen und übertrug zum Beispiel Texte von Karel van het Reve, Menno Kalmann, Tsead Bruinja und Thomas Möhlmann ins Deutsche. 2016 unterstützte sie die Flämische und die Niederländische Stiftung für Literatur bei der Umsetzung des Gastlandauftrittes Flanderns und der Niederlande auf der Frankfurter Buchmesse.
„Ohne mein Studium in Münster“, meint Tabea, „wären diese Kontakte niemals zustande gekommen. Daher war die Zeit  des Masters für mich ungeheuer wichtig und lehrreich.“
Seit Juli 2017 schreibt sie eine Kolumne für den Berliner Büchertisch. Hier geht es zu Tabeas Textetunnel.

Simone Schmid

Mein Interesse für die niederländische Sprache und Kultur entwickelte sich vor allem während meiner Sprachassistenz in Haarlem – Lehrerin wollte ich aber nie werden. Mein Herz schlug vielmehr für die Pressearbeit und schnell war klar, dass ich beide Interessen miteinander kombinieren und als Übersetzerin ein zweites Standbein aufbauen wollte. Der Master LÜK bot dazu aufgrund der Studienstrukturen (Praktikum, Auslandsaufenthalt und Übersetzerworkshops in den Niederlanden) ideale Voraussetzungen. Direkt nach dem Studium übersetzte ich touristische Texte für ein Unternehmen in Alkmaar. Letztendlich hat sich die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit dann doch durchgesetzt: Nach einem Volontariat in der Pressestelle der Uni Kassel bekam ich direkt eine Stelle als stellvertretende Pressesprecherin an der Universität Leipzig. Heute arbeite ich als PR-Referentin für die Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Anne Wolters

Nach dem Bachelor habe ich mich dazu entschlossen, den Master-LÜK in Kombination mit dem Master of Education zu studieren. Dadurch konnte ich mein Ziel, Lehrerin zu werden, verbinden mit der intensiven Auseinandersetzung mit der niederländischen Sprache und Kultur, für die ich während des Bachelorstudiums sehr großes Interesse entwickelt habe. Somit warteten arbeitsintensive Studienjahre auf mich, die ich jedoch nicht missen möchte, da der Master-LÜK mir Chancen und Möglichkeiten aufgezeigt und mich fachlich und persönlich weitergebracht hat.
Heute arbeite ich als Lehrerin an einem Gymnasium. Mir bereitet es große Freude, Schülerinnen und Schülern das Niederländische näher zu bringen und deren Begeisterung für die Sprache wecken zu können.

Dr. Frederike Zindler zindler

Nach dem 2F-Bachelor in Niederländisch und Französisch wollte ich mich unbedingt auf die niederländische Sprache und Literatur spezialisieren. Übersetzen fand ich schon seit meiner Schulzeit interessant, weil ich immer etwas mit Sprachen machen wollte und das eine der offensichtlichsten Möglichkeiten war.
Während des Masters habe ich dann aber gemerkt, dass ich zwar viel Freude am Übersetzen habe, mich der Bereich des Kulturtransfers im ehemaligen Master „Literarisches Übersetzen und Kulturtransfer“ noch viel mehr reizt. Deswegen habe ich nach dem Abschluss weitergemacht, an der Uni gearbeitet und über den deutsch-niederländischen Mittler H. Wielek promoviert. Meine Dissertation ist 2017 erschienen.
Nach dem Master habe ich die Kontakte zu meinen ehemaligen Praktikumsplätzen gehalten und noch einige Zeit weiter übersetzt. Wegen der Arbeit an der Uni und der Promotion hatte ich allerdings immer weniger Zeit dafür. Heute übersetze und lektoriere ich nur noch gelegentlich, wenn ein spannendes Projekt meinen Weg kreuzt. Die letzte solche Übersetzung waren die Kronkels von Simon Carmiggelt, die ich zusammen mit Ulrich Faure noch kurz vor der Frankfurter Buchmesse 2016 übersetzt habe. Besonders hilfreich waren für mich das Praktikum (in einem Übersetzerbüro) sowie die Übersetzungsworkshops und die Teilnahme an den Literaire Vertaaldagen. Dort habe ich nicht nur das notwendige Handwerkszeug gelernt, sondern auch viele Kontakte geknüpft, die mir später geholfen haben.

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